Eine ähnliche Fahrt durch ein Unwetter über der Nordsee beschrieb Leutnant zur See Hans von Schiller. Dieser war nach dem L10 Unglück an Bord des Luftschiffes L11 als Wachoffizier eingesetzt. Sein Bericht über die damalige Fahrt lautet wie folgt:
„Die Blitze flammen in ganzen Flächen auf. Ein gewaltiger Schlag betäubt mir das Ohr und füllt das Innenschiff mit blendendem Licht, ein Blitz ist hart am Zepp vorbei in die See gefahren. Der Mann am oberen Ausguck telefoniert herunter, daß die Mündungen seiner Maschinengewehre Funken sprühen.
Ich klettere durch den Steigschacht hinauf, um nachzusehen, was da los ist. Zu meiner Überraschung finde ich die Plattform hell erleuchtet. Inmitten dieser Helle sitzt, bis auf die Haut durchnäßt, der Posten und hat einen regelrechten Heiligenschein um den Kopf. Bergsteigern ist die sonderbare Erscheinung nicht unbekannt, ebensowenig den Schiffern, man bezeichnet sie als Elmsfeuer. Auch das Duraluminiumgerüst der Hülle ist mit Elektrizität geladen und sprüht an allen Verbindungspunkten, Kanten und scharfen Ecken. Wenn wir aus der Führergondel nach oben sehen, können wir uns selber davon überzeugen, wie die Elektrizität aus allen vorstehenden Punkten Funken schlägt. Drähte und Kabel glühen in blauvioletten Farbtönen, ein wunderbarer Anblick, nur sind wir nicht recht in der Lage, uns daran zu freuen. Denn unsere Leute torkeln wie betrunkene Seiltänzer auf dem schmalen Metallsteg, und unser aller Leben hängt davon ab, daß jetzt kein Wasserstoffgas aus den Zellen austritt, während alle zwei Sekunden ein Blitzstrahl sozusagen auf Armlänge vorbeifährt.“